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Buchtipps

Das allgegenwärtige Schlagwort von der 'Lügenpresse' war für den Journalisten Hans Demmel nicht nur eine Provokation, sondern auch der Auslöser zu einem Selbstversuch: Ein halbes Jahr lang hat er seine täglichen Informationen ausschließlich über rechte Medien und einschlägige Publikationskanäle bezogen, und dabei in einem Tagebuch festgehalten, welchen Einfluss das auf sein Denken und seine Weltsicht hatte.

Gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, wird für uns alle spürbar, welche bedeutende Rolle die menschlichen Beziehungen in unserem Leben spielen. Auch der irischen Autorin Sally Rooney scheint das bewusst zu sein, denn in ihrem neuen Buch beschäftigt sie sich mit einem Thema, das sie besonders gut beherrscht: Die Komplexität des menschlichen Zusammenlebens in einer von Krisen geprägten Welt.

Ein Augusttag in einem etwas verwitterten Landschloß in Südfrankreich, in dessen Gästezimmern sich eine vom Zufall zusammengewürfelte Feriengemeinschaft gefunden hat. Während die Kinder auf der Wiese herumtollen, genießen die Erwachsenen eine entspannte Trägheit und den Blick über weite Felder bis zur blauen Hügelkette in der Ferne. Abends kocht man in loser Runde, sitzt bis spät in der Nacht beisammen. Doch dann passiert es: Marie stürzt auf der Treppe zur Terrasse. Sie ist auf der Stelle tot. Nur langsam begreifen alle das Unbegreifbare.

Im Prosa-Debüt der Stuttgarter Autorin Theres Essmann begegnen sich zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der eine, Jürgen Krause, hat sein Studium vergeigt, seine Ehe vor die Wand gefahren und ist schließlich gestrandet als Taxifahrer. Der andere ist ein distinguierter älterer Herr, Kenner der klassischen Musik, mit einer geradezu obsessiven Begeisterung für den virtuosen 'Teufelsgeiger'  Niccolo Paganini.

Das Titelbild des Buches zeigt eine Frauenhand, die einen Granatapfel hält - jene Frucht, die sowohl das Leben als auch Macht symbolisiert. Und so transportiert schon das Cover die beiden zentralen Themen dieses schlanken, aber intensiven Romans der italienischen Autorin Barbara Frandino. Erzählt wird von der Liebe zwischen Claudia und Antonio, die im laufe der Jahre und nach vielen Kränkungen und Verletzungen in Verachtung, ja, kalten Hass umgeschlagen ist. Doch beide halten an der Ehe fest.

Los Angeles, Sommer 1976: Durch einen verrückten Zufall lernt die junge Griechin Calista einen witzigen Herrn mit österreichischem Akzent kennen. Dass ihr Gegenüber das Kino-Genie Billy Wilder ist, Schöpfer von unsterblichen Filmen wie 'Manche mögen’s heiß', realisiert sie erst später. Als Dolmetscherin begleitet sie den Regisseur und seine glamouröse Filmcrew auf die verschlafene griechische Insel Madouri, wo Wilder seinen vorletzten Film 'Fedora' dreht.

Das strahlende Sommerwetter lässt in Deutschland leider sehnlichst auf sich warten. Nur gut, dass uns die französische Autorin Christine Avel mit ihrem frisch erschienenen Buch in den warmen Süden entführt! Jeden Sommer verbringen die Kinder auf der griechischen Insel, auf der ihre Eltern als Archäologen forschen. Weit weg von ihrem streng getakteten Alltag in Frankreich und Italien, schaffen sie sich hier in der Sommerzeit ihre eigene kindlich reduzierte Parallelwelt.  

Rahel ist mehr als ihr halbes Leben mit Peter verheiratet, die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Ihre Liebe ist in die Jahre gekommen. Die Erotik auf der Strecke geblieben. Peters Konflikte in seiner Arbeit als Literatur-Professor machen die Situation nicht einfacher. So wird der Urlaub in einer entlegenen Hütte in den bayerischen Alpen von beiden als Auszeit herbeigesehnt. Doch einige Tage vor der Abreise erfährt Rahel, dass die Hütte abgebrannt ist.

Rietzschels Erstling, der vor drei Jahren erschienene Roman 'Mit der Faust in die Welt schlagen' war damals für mich eines der besten Debüts seit langem, und so war ich reflexhaft skeptisch , ob sein zweites Buch an diese erzählerische Qualität anknüpfen kann. Doch diese Sorge war völlig unbegründet, wie ich nach der Lektüre von 'Raumfahrer' sagen kann. Auch Rietzschels zweiter Roman spielt im Osten, doch diesmal erzählt er eine, nein, eigentlich zwei Familiengeschichten vom Kriegsende bis in die Nachwendezeit.

Emil musste umziehen und ist darüber zunächst richtig traurig, doch dann findet er in Karls Büdchen eine neue Heimat. Der kleine Kiosk ist Treffpunkt für die Nachbarschaft und Karl erweist sich als treuer (und zunächst einziger) Zuhörer für Emils selbstgeschriebenen Krimi. Emil ahnt nicht, dass sich sein Leben bald selbst in einem Krimi verwandeln wird, als ihm nämlich seine Lehrerin, die fiese Bertram, sein Notizbuch wegnimmt und dann auch noch Karl spurlos verschwindet. Kann ihm seine neue Freundin Finja, die Detektivin, mit ihrem Hund Watson bei der Aufklärung helfen?

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