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Buchtipps - Belletristik

Welch ein geniales Duo: Juli Zeh muss man wohl kaum mehr vorstellen - ihre Romane 'Unterleuten' und 'Über Menschen' haben alle Bestseller-Listen gestürmt, aber auch Simon Urban ist vielen von Ihnen bekannt, denn er war schon zweimal bei uns im Buchladen zu Gast und hat aus seinen Romanen 'Plan D' und 'Gondwana' gelesen.

Wien am Vorabend des 1.Weltkriegs. Die ganze Stadt ist in fiebriger Anspannung, junge Männer melden sich in Scharen zum Militär. Der 17jährige Bauernjunge Hans aber ist keineswegs deshalb aus einem abgelegenen Tiroler Tal in die Hauptstadt gekommen. Er ist bildungshungrig und neugierig, und hat von der Psychoanalytikerin Helene Cheresch gehört, die er hier aufsuchen will.

Louis Chabos wächst in einem Waisenhaus in Mailand auf. Er tritt derArmee Napoleons bei und lernt die Grauen des Krieges im Russlandfeldzug kennen. Bei seiner Rückkehr setzt er sich das Ziel, seine Eltern zu finden. Nacheiner eher erfolglosen Reise zurück zumWaisenhaus setzt Lois Chabos sich in Graubünden zur Ruhe und gründet eine Familie. Was nach dem gefundenen Glück und einem ruhigen Leben aussieht, ändert sich schlagartig als Louis Chabos einen Hinweis auf seinen unbekannten Vater erhält, der ihn nach Paris ruft.

Auf einer Eisenbahnfahrt durch die endlose Steppe Kasachstans lernt der Erzähler einen virtuosen Geiger kennen, dessen großartiges Spiel ihn zutiefst berührt. Er schätzt den Knaben auf zehn oder zwölf, doch tatsächlich ist der Musiker 27 Jahre alt. Die lange Zugreise bietet genug Zeit, in der Erjan seine Lebensgeschichte erzählt: Aufgewachsen mit Eltern und Großeltern in der kasachischen Steppe, verliebt er sich in Aysulu, doch seine Welt zerbricht, als er durch die Auswirkungen sowjetischer Atomtests aufhört zu wachsen.

Gleich zu Beginn die Warnung: Dieser Roman hat eine Wucht und entwickelt zugleich einen solch' erzählerischen Sog, dass ich mich nach der letzten Seite einige Tage davon erholen musste. Wohl auch deshalb, weil das, was hier erzählt wird, so bestürzend gegenwärtig ist: In Europa brennen die Wälder, Hitze und Dürre plagen Natur und Mensch, das Wasser ist knapp.

Es ist Sommer und sehr heiß im einzigen FRAUENfreibad Deutschlands. Dort badet frau oben ohne, im Bikini, im Badeanzug oder Burkini. Jede folgt dabei anderen Regeln. Das führt immer wieder zu Reibereien, die von der überforderten Bademeisterin geschlichtet werden müssen. Als dann auch noch eine Gruppe komplett verhüllter Frauen das Frauenfreibad begeistert für sich entdeckt, fliegen buchstäblich die Fetzen: Wem gehört das Bad und wer bestimmt die Regeln? Wem gehört der weibliche Körper? Und wann ist dann überhaupt eine Frau eine Frau?

Der Ich-Erzähler, ein seit dem frühen Tod seiner Frau alleinerziehender Vater, hat sich um seine beiden Söhne so gut wie möglich gekümmert, und glaubt, sie zu ordentlichen Menschen erzogen zu haben. 

Iglhaut - so heißt die Hauptfigur in diesem Roman - betreibt im Hinterhof eines Münchener Miethauses ihre Schreinerwerkstatt.  Ihr Name könnte gar nicht besser passen, denn Iglhaut ist eine, die nicht leicht zu haben ist. Und doch erliegt man ihrem raubastigen Charme sofort. Sie kämpft mit wechselnden Launen und chronischen Geldproblemen, mit schlechten Backenzähnen und Ex-Liebhabern.

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