Monika Helfer: Die Bagage

Nachdem es ihr 2017 erschienener Roman „Schau mich an, wenn ich mit dir rede!“ auf die Nominierungsliste des Deutschen Buchpreises schaffte, ist Monika Helfer dieses mal zurück mit einem sehr persönlichem Roman über Herkunft, Familie, Missgunst und Schmerz.

Die Bagage – so nennt man die Familie Moosbrugger am Rande eines österreichischen Bergdorfes.Hier leben Josef und Maria gemeinsam mit ihren Kindern ein bescheidenes und zufriedenes Leben, größtenteils unbeeindruckt von ihrem Ruf als die Armen und Prekären. Doch die friedliche Idylle der Bauernfamilie findet ein jähes Ende, als der schweigsame Josef in den Krieg eingezogen wird und seine junge Frau und die Kinder zurücklassen muss.Trotz der vereinbarten Unterstützung des Dorfbürgermeisters ist die außergewöhnlich schöne Maria auf sich alleine gestellt und so wird ihr besonderes Aussehen und ihre Rolle als Außenseiterin schnell zum Verhängnis.Als sie dann noch unerwartet schwanger wird, brodeln die Gerüchte der missgünstigen Dörfler über -  so weit, dass selbst Josef beginnt den Lästereien Glauben zu schenken. Das Mädchen, das Maria zur Welt bringt wird nicht von ihrem vermeintlichen Vater akzeptiert, sie existiert schlicht weg einfach nicht. Und so beginnt die Geschichte der kleinen Grete, der Mutter unserer Erzählerin.

Monika Helfer schafft ein außergewöhnliches Porträt ihrer Großmutter Maria und erzählt somit auch von der schwierigen Kindheit ihrer Mutter Grete. Gleichzeitig spannt sie den Bogen zwischen einer 100 Jahre alten Familiengeschichte und der eigenen Gegenwart. „Die Bagage“ ist ein schlankes, aber gehaltvolles Buch über Familienstrukturen in der Zeit des 1. Weltkrieges und den Auswirkungen der eigenen Herkunft.

Buchtipp von Natalie Schukraft

Helfer, Monika
Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
ISBN/EAN: 9783446265622
19,00 € (inkl. MwSt.)